Azubi

Auf der sicheren Seite: Versicherungen für Azubis

Zum ersten Mal eigenes Geld verdienen: Als Azubi kannst du diesen Punkt auf deiner Bucketlist streichen. Nachdem du deine ersten ein oder zwei Gehälter auf den Kopf gehauen hast – und so soll es auch sein –, kommt mit dem eigenen Geld auch eigene Verantwortung. Und zwar die Verantwortung, dieses Geld möglichst gut zu verwalten.

Rücklagen bilden

Ganz gleich, wieviel du verdienst, einen (kleinen) Teil solltest du immer zur Seite legen. Von diesem Notgroschen kannst du zehren, wenn du einmal unerwartet höhere Ausgaben hast. Spätestens nach einem Jahr solltest du mindestens ein Monatsgehalt als Rücklage haben. Außerdem kommen im Laufe eines Jahres auch geplante Ausgaben auf dich zu, die du vielleicht nicht von einem Monatsgehalt bezahlen kannst. Das kann zum Beispiel die Autoversicherung sein, der Sommerurlaub oder ein neues Sofa. In manchen Fällen ist es auch günstiger, einmal jährlich anstatt vierteljährlich zu bezahlen, z.B. bei der Autoversicherung oder ÖPNV-Abos. Diese Summen kannst du zum Beispiel einfach durch zwölf Monate teilen und den entsprechenden Betrag zurücklegen, sobald du dein Gehalt bekommen hast. Wenn die Rechnung dann in den Briefkasten flattert, bringen dich diese Summen nicht mehr ins Schwanken.

Wer ein eigenes Auto hat, muss dieses auch versichern. Um diese Ausgaben kommst du nicht herum, denn ohne Versicherung kannst du dein Auto nicht bei der Zulassungsstelle anmelden. Wie für das Auto gibt es zahlreiche andere Versicherungen, um sich gegen Schäden im weitesten Sinne abzusichern. In den meisten Fällen warst du bis zum Beginn deiner Ausbildung bei deinen Eltern mitversichert. Dieser Schutz endet mit dem Start deiner Ausbildung. Da du in der Ausbildung meist noch nicht besonders viel verdienst und dein Geld bestimmt lieber für andere Dinge ausgibst,  gilt es auszusortieren: Welche Versicherungen brauchst du unbedingt, welche sind wichtig und auf welche kannst du vielleicht vorerst verzichten.

Gesetzliche Krankenversicherung

Ein absolutes Must-have ist die gesetzliche Krankenversicherung. In diesem Fall liegt die Entscheidung nicht bei dir, denn die Krankenversicherung ist in Deutschland Pflicht. Die Beiträge teilst du dir mit deinem Arbeitgeber. Deinen Anteil behält der Arbeitgeber ein, bevor er dir dein Gehalt ausbezahlt, und leitet ihn zusammen mit seinem Anteil an die Krankenkasse weiter. Neben der Krankenversicherung gehören die Pflegeversicherung, die Arbeitslosenversicherung und die Rentenversicherung zu den gesetzlichen Pflichtversicherungen. Die Beiträge hierfür behält der Arbeitgeber von der Bruttoausbildungsvergütung ebenfalls ein und leitet sie weiter. Außerdem gehört zu den fünf Zweigen des Sozialversicherungssystems die gesetzliche Unfallversicherung. Für diese Versicherung trägt der Arbeitgeber die Beiträge allein.

Welche Krankenkasse du wählst, ist allein deine Entscheidung. Die grundlegenden Leistungen einer gesetzlichen Krankenkasse regelt das Sozialgesetzbuch (SGB V), diese sind also bei allen gesetzlichen Krankenkassen gleich. Unterschiede gibt es jedoch bei den Zusatzleistungen, wie zum Beispiel der Zuzahlung zu Gesundheitskursen, zur Zahnreinigung oder zu deiner Fitnessuhr. Einige gesetzliche Krankenkassen bieten zudem Bonusprogramme oder Wahltarife an. Hier lohnt sich der Vergleich auf jeden Fall. Hast du dich für eine Krankenversicherung entschieden, bist du in der Regel eineinhalb Jahre an sie gebunden. Das heißt, du kannst frühestens nach 18 Monaten zu einer anderen Krankenkasse wechseln.

Zusatzversicherungen

Private Zusatzversicherungen wie beispielsweise eine Zahnzusatzversicherung springen ein, wenn Leistungen nicht (vollständig) von deiner gesetzlichen Krankenversicherungen abgedeckt sind. So zahlt die gesetzliche Krankenversicherung im Falle des Falles zwar einen Teil deines Zahnersatzes, doch vielleicht nicht in der Ausführung, die du gerne möchtest. Die Zahnzusatzversicherung übernimmt dann die Kosten für den teureren Zahnersatz bzw. zahlt einen Teil dazu. Im Bereich der privaten Zusatzversicherungen gibt es zahlreiche Anbieter. Du kannst auch bei deiner gesetzlichen Krankenkasse nachfragen, ob sie dir einen Anbieter empfehlen kann. In den meisten Fällen haben gesetzliche Krankenkassen Rahmenverträge mit privaten Krankenversicherungen durch die du einiges sparen kannst.

Private Haftpflichtversicherung

Aus Versehen das Handy vom besten Kumpel fallen gelassen oder mit den dreckigen Schuhen eine Schramme in den Parkettboden gemacht. Solche kleinen Missgeschicke passieren schnell und können ebenso schnell teuer werden. Deshalb ist eine Haftpflichtversicherung auch schon in der Ausbildung ein Muss. Sie ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, bewahrt dich aber vor unerwarteten, hohen Ausgaben. Und sie ist vergleichsweise günstig: ab rund 25 Euro im Monat kannst du eine solche Versicherung abschließen.

Private Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine plötzliche Mehlallergie bedeutet für einen Bäcker das berufliche Aus, genauso wie ein Zeckenbiss, wegen dem ein Mediengestalter die Farben nicht mehr richtig unterscheiden kann. Klar, die Wahrscheinlichkeit einer plötzlichen Allergie ist nicht allzu hoch – denken wir zumindest. Fakt ist, dass jeder dritte Mann und jede fünfte Frau aufgrund von Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit aus dem dem Erwerbsleben ausscheiden (Quelle: VDR). Das Risiko ist also weit höher als gedacht und eine Absicherung gegen den Ernstfall durchaus sinnvoll.

Hier gilt es zu unterscheiden. Tritt eine Erwerbsunfähigkeit ein, hast du Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, vorausgesetzt du warst mindestens fünf Jahre in der Deutschen Rentenversicherung versichert und hast davon mindestens drei Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt. Erwerbsunfähig bist du jedoch erst, wenn du gar nicht mehr in der Lage bist zu arbeiten, unabhängig von deinem Beruf. Das heißt im Klartext: Solange du arbeiten kannst, musst du das tun und jeden Job annehmen, um dein Einkommen selbst zu sichern.

Anders sieht es bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung aus. Sie greift, wenn du deinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben kannst. Umso früher du diese Versicherung abschließt, desto günstiger sind die Beiträge. Doch du solltest die einzelnen Tarife und Versicherungsbedingungen genau vergleichen, da es große Unterschiede in den Leistungen gibt. Fazit: Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist absolut sinnvoll, ob du sie aber schon während der Ausbildung abschließt, musst du selbst entscheiden.

Hausratversicherung

Wer ein teures Fahrrad oder kostspielige Möbel sein Eigen nennt, kann sich mit einer Hausratversicherung für den Fall absichern, dass diese Dinge verloren gehen oder beschädigt werden. Diese Versicherung brauchst du vorerst aber tatsächlich nur, wenn du in deinem Hausrat wertvolle Dinge besitzt. Andernfalls kannst du getrost auf sie verzichten.

Text: © IKK Classic

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