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Neues Jahr, neue Vorsätze

Gerade zum Jahreswechsel sind unsere Social-Media-Feeds mit Influencern und ihren Neujahrsvorsätzen geflutet: 

„Ich mache jeden Tag zwei Stunden Sport, das solltet ihr auch!“, „Ich lese jede Woche mindestens ein Buch.“ „Ich stehe jeden Morgen um 4:30Uhr auf und mache eine Stunden Yoga.“  

 

Plötzlich fängt man an sich mit ihnen zu vergleichen, redet schlecht über sich selbst und nimmt sich ähnliche Dinge vor. Dass so ein Alltag für die meisten „Normalos“ mit Schule, Ausbildung oder einem 40-Stunden-Job, jedoch eigentlich unrealistisch sind, blenden wir dabei gerne aus. 

Und wenn es dann , natürlich, nicht klappt, sind wir jedes Jahr aufs Neue enttäuscht von uns selbst. 

 

In diesem Text geht es deshalb nicht darum, welche Vorsätze du dir setzen musst, um ein perfektes Influencer-Leben zu führen. Sondern darum, dass es völlig okay ist, genau das nicht zu tun – und dir Ziele zu stecken, die zu deinem echten Leben passen. 

Die Wahrheit ist: Niemand filmt, wie er genervt den Wecker wegdrückt, zum dritten Mal die Sportklamotten ignoriert oder doch wieder bis Mitternacht auf TikTok festhängt. Wir sehen nur die „Highlights“ – und halten sie für den Standard. Genau daraus entsteht dieser Druck, ständig optimiert, produktiv und perfekt. 

Aber dein Wert hängt nicht davon ab, wie früh du aufstehst, wie viele Bücher du liest oder wie perfekt dein Tag durchgeplant ist. Gerade in der Ausbildung ist der Alltag oft schon voll genug: Berufsschule, Betrieb, lernen, vielleicht noch Nebenjob, Familie, Freunde. 

 

Anstatt dir also Vorsätze aufzuzwingen, die eigentlich gar nicht zu deinem Leben passen, solltest du dir eine andere Frage stellen: Was tut mir gut? 

Vielleicht wäre es ein Vorsatz, früher ins Bett zu gehen, öfter „Nein“ zu sagen oder dir einmal die Woche bewusst eine Pause ohne schlechtes Gewissen zu gönnen.  

Wichtig ist, dass diese Ziele klein, konkret und flexibel sind. Sie passen sich deinem Leben an und nicht umgekehrt. Nur dann hast du eine echte Chance, sie wirklich durchzuhalten.  

 

Text: Leonora Schwoerer

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