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TikTok schrumpft dein Gehirn? – Was Social Media mit unserem Gedächtnis macht

Jeden Tag scrollen Millionen Jugendliche durch TikTok, Instagram Reels oder YouTube Shorts. Die Videos sind kurz, laut, bunt und endlos. Man verliert sich leicht darin. Was viele nicht wissen: Studien zeigen, dass diese Art der Dauerunterhaltung das Gehirn tatsächlich verändern kann. Genauer gesagt: unseren Hippocampus, das Zentrum für Gedächtnis und Lernen. 

 

Was ist der Hippocampus – und warum ist er so wichtig? 

Der Hippocampus ist ein kleiner, aber entscheidender Bereich im Gehirn. Er hilft uns, Informationen zu speichern, uns zu konzentrieren und neue Dinge zu lernen. Ohne ihn könnten wir kaum normal leben – geschweige denn uns an den Namen unseres Lieblingssongs erinnern. 

Doch der Hippocampus reagiert empfindlich auf Reizüberflutung – und genau das passiert bei Social Media-Plattformen, die jede Sekunde neue Reize liefern, ohne Pause, ohne Tiefe. 

 

Was zeigen Studien? 

Einige neuere Studien, unter anderem aus China und den USA, weisen darauf hin, dass exzessive Nutzung von Kurzvideo-Plattformen wie TikTok mit einer Verkleinerung des Hippocampus in Verbindung stehen kann. Betroffene Personen zeigen häufiger Konzentrationsprobleme, geringe Aufmerksamkeitsspanne oder auch Schwierigkeiten komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Das Gehirn wird quasi „trainiert“, ständig Neues zu erwarten, statt sich auf eine Sache zu fokussieren. 

 

Warum ist das ein Problem? 

Wer zu viel Zeit mit kurzen, schnell geschnittenen Inhalten verbringt, gewöhnt sich daran, dass alles sofort „funktioniert“, ohne Anstrengung. Das kann dazu führen, dass sich das echte Leben plötzlich langweilig anfühlt: Ein Buch lesen? Zu lang. Mathe verstehen? Zu anstrengend. Einfach mal was ohne das Handy unternehmen. Kaum noch möglich.  

 

Heißt das: Nie wieder TikTok? 

Nein, aber es heißt: achtsamer Umgang mit Social Media ist wichtig. Wer jeden Tag stundenlang nur Reels schaut, trainiert sein Gehirn, aber vielleicht in die falsche Richtung. Wer sein Gehirn langfristig stärken will, muss ihm mehr geben als nur 15 Sekunden Clips. 

 

Text: Nelly Bachmann

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