Jeden Morgen klingelt der Wecker und statt Motivation spürst du nur noch Frust?
Du gehst zur Arbeit, zählst die Stunden bis Feierabend und fragst dich immer öfter: „War das die richtige Entscheidung?“ Wenn dir deine Ausbildung keinen Spaß macht, bist du damit nicht allein, denn vielen anderen Azubis geht es genauso.
Warum fühlen sich so viele Azubis unglücklich?
Eine Ausbildung wird oft als „Start ins Berufsleben“ verkauft. Doch die Realität sieht manchmal anders aus:
- Die Aufgaben sind langweilig oder wiederholen sich ständig
- Das Betriebsklima ist schlecht
- Du fühlst dich nicht ernst genommen
- Die Schule überfordert oder unterfordert dich
- Du merkst, dass der Beruf gar nicht zu dir passt
Viele denken dann sofort: „Ich muss einfach durchhalten.“ Aber bevor du dich monatelang quälst, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Sei ehrlich zu dir selbst
Stell dir diese drei Fragen:
- Macht mir die Ausbildung keinen Spaß oder nur der aktuelle Betrieb nicht?
- Seit wann fühlst du dich so?
- Was genau stört mich am meisten?
Wenn du dich in den ersten Wochen fühlst, als ob alles schlecht ist, dann liegt es möglicherweise an der Umstellung. Wenn dein Gefühl länger besteht, dann solltest du es aufjedenfall ernst nehmen und dir eine Liste mit Dingen schreiben, die dich stören (z.B. hast du sinnvolle Aufgaben, wird dir was erklärt, interessiert dich der Beruf noch). Je konkreter du wirst, desto besser findest du eine Lösung.
Wenn du den ganzen Tag kopierst, einfache Routineaufgaben erledigst oder nur rumsitzt, sprich mit deinem Ausbilder. Eine Ausbildung soll dir Fachwissen vermitteln, nicht nur günstige Arbeitskraft ersetzen. Du kannst auch gerne bei der IHK in deinen Ausbildungsplan schauen, was dir alles beigebracht werden soll.
„Ich werde schlecht behandelt“
Respektlosigkeit, Anschreien oder ständige Demütigungen sind nicht normal. Dokumentiere Vorfälle mit Datum und Uhrzeit und suche Unterstützung bei:
- der Berufsschule
- dem Betriebsrat
- der Jugend- und Auszubildendenvertretung
- der zuständigen Kammer (IHK oder HWK)
„Ich glaube, der Beruf passt einfach nicht zu mir“
Das ist wahrscheinlich die schwierigste Erkenntnis. Mit 16, 17 oder 20 Jahren die perfekte Berufsentscheidung zu treffen, ist unrealistisch. Viele Menschen wechseln später ihren Weg.
Bevor du kündigst, prüfe Alternativen:
- Ausbildungsbetrieb wechseln
- Fachrichtung wechseln
- Praktika in anderen Bereichen machen
- Berufsberatung der Agentur für Arbeit nutzen
Kündigen – ja oder nein?
Bitte kündige nicht impulsiv nach einem schlechten Tag, denn den hat jeder mal. Eine Kündigung sollte gut überlegt sein, denn du kannst sie nicht einfach zurücknehmen.
Wichtig ist aber: Wenn du dich entschieden hast zu kündigen, dann kannst du dies immer machen. Dein Ausbildungsbetrieb kann dir nicht vorschreiben, dass du im Unternehmen bleiben musst und für dich kann es sehr hilfreich sein, denn du solltest den Jo b machen, der dir spaß macht und neue Wege einzuschlagen ist ein guter Anfang hierfür.
Text: Jessica Engel
